7 Ursachen für Unzufriedenheit

Unser Unterbewusstsein stellt uns häufiger mal ein Bein und sorgt für eine lähmende Unzufriedenheit. Es hat einen großen Einfluss auf unser Verhalten und unser Urteil. Mit einem besseren Selbstmanagement schaffst du es, deine emotionale Intelligenz zu schulen und problematische Situationen souveräner anzugehen. Was kannst du tun, um dich nicht von deinen Gefühlen kontrollieren zu lassen, sondern sie bewusster im Griff zu haben? So reagierst du realistischer und objektiver:

Gefühle im Griff haben

Warum du dich mit diesem Thema beschäftigen solltest? Im Geschäftsleben hat niemand Lust, mit jemandem zu arbeiten, der sich nicht unter Kontrolle hat und sich von seinen Stimmungen beeinflussen lässt. Wutausbrüche, Trotzreaktionen, lautes Wehklagen, Brüllerei – geht alles gar nicht! Das gilt im Umgang mit Kollegen, Chefs, Kunden oder eigenen Mitarbeitern, nimmt aber auch Einfluss auf deine privaten Beziehungen.
Andere schlucken vermeintliche Missachtungen und leiden still. Auch dieses Verhalten macht unzufrieden. Das Betriebsklima nimmt Schaden, wenn stumm nebeneinander her gearbeitet wird. Als Führungspersönlichkeit bekommt man kein Bein mehr an die Erde, wenn man sich so verhält.

Bewusster handeln

Als ersten Schritt kannst du dir vornehmen, ab sofort deine Gefühle bewusst wahrzunehmen und sie einzuschätzen: „Ich werde gerade richtig sauer!“ oder “Ich bin beleidigt” sind Feststellungen, die dir dabei helfen, die Kontrolle über dein Verhalten nicht zu verlieren. Es hat nichts damit zu tun, dass du dir keine Gefühle mehr erlauben sollst und nicht mehr ärgerlich werden darfst. Ziel ist es, diesen Gefühlen nicht die Macht über dein Verhalten zu überlassen. Sie können dich zu unangemessenem Handeln bewegen, mit dem du dir keinen Gefallen tust.

Ein 3-Stufen Plan hilft dir dabei, deine Selbstkontrolle zu verbessern:

1. Macht dir deine Gefühle bewusst.
2. Analysiere ehrlich, was diese Gefühle ausgelöst hat.
3. Unternimm etwas, um den Kreis negativer Gefühle zu durchbrechen.

Das hört sich zu theoretisch an? Ich erkläre es genauer:

Gefühle wahrnehmen

Du ärgerst dich? Welche Art von Ärgern ist es? Ist es ein „Der Kopierer ist schon wieder defekt und zieht Streifen – Mistding“-Ärger? Oder eher ein „Diese Besprechung hat nichts gebracht und nur Zeit verbrannt“-Ärger? Oder ist es ein bohrender, schon lang anhaltender Ärger von der Ausprägung „Dieser Job macht mich mürbe und unglücklich“? Diese Überlegungen helfen dir, deine Selbstwahrnehmung zu verstärken.

Ursache finden

Die Ursache des Ärgers herauszufinden, erfordert große Ehrlichkeit, denn hin und wieder wirst du auf unangenehme Wahrheiten über dich stoßen. Stell dir vor, jemand hat seine Vertriebsziele nicht erreicht und ist stinksauer auf seinen Chef. Infrage kommen mehrere Ursachen: 1. Der Boss hat ihn mit seinem Misserfolg konfrontiert 2. Die Marketingabteilung hat den Vertrieb nicht optimal unterstützt. 3. Er ist auf sich selbst wütend, weil er nichts aus dem Projekt gemacht hat.

Aktiv werden

Hast du die Ursache deiner Gefühle ergründet, kannst du dich aus den negativen Empfindungen herausholen. Vielleicht erkennst du, dass deine Gefühle übertrieben und ungerechtfertigt sind. Eventuell bemerkst du, dass du das falsche Ziel aufs Korn genommen hast (wie im Bespiel eben der Chef). Oder du fasst dir an die eigene Nase und überlegst, wie du es in Zukunft besser machen kannst. Dann musst du dich nicht mehr über dich ärgern und es an anderen auslassen.
Bist du selber Vorgesetzter, kann dein Unvermögen, dich kontrolliert zu verhalten, dein ganzes Team durch dein schlechtes Vorbild zu einem unerwünschten Gegeneinander beeinflussen.
Dazu ist es sinnvoll, das eigene Verhalten unter die Lupe zu nehmen. Negativen Einfluss können 7 typische Verhaltensweisen nehmen:

– Sich von anderen beeinflussen lassen

Manche Menschen lassen sich unbewusst von den Gefühlen und Verhaltensweisen anderer beeinflussen. Stellst du fest, dass du dich in Anwesenheit bestimmter Personen immer mitziehen lässt, halte innerlich bewusst dagegen.

– Schwarzseherei

Wenn man es sich angewöhnt hat, seinen negativen Gefühlen freien Lauf zu lassen, ist es schwer, sich um zu trainieren. Pessimistisch? Immer gleich das Schlimmste oder Schlechteste vermuten? Versuche, dir für jede Situation alternativ einen positiven Verlauf vorzustellen.
Und woran liegt es, dass du immer das Negativste erwartest? Liegt es an deinem schlechten Zeitmanagement, an einem Mangel an sinnvollem Delegieren von Aufgaben an andere, Aufschieberitis, unklaren Zielen, ständigen Unterbrechungen bei der Arbeit? Deine Angst vor Fehlern wird kleiner, wenn du in diesen Bereichen konsequent gute Routinen entwickelst. Damit hältst du dir den Rücken für wirklich wichtige Aufgaben frei und musst dir weniger Sorgen machen!

– Auf Einzelsituationen herumreiten

Immer und immer wieder auf Einzelsituationen herumzureiten und sie endlos gedanklich zu umkreisen, ist unproduktiv und schlecht für das Selbstbewusstsein. Löse die Situationen mit Hilfe des 3-Stufen-Plans!

– Kritikfähigkeit

Wer zu Unrecht beschuldigt wird, hat jeden Grund zur Abwehrhaltung und zu negativen Gefühlen. Konstruktive Kritik kann dagegen sehr hilfreich sein. Frag genau nach, welche Argumente dein Gegenüber anbringen kann. Kannst du sie nachvollziehen? Das liefert dir Anhaltspunkte, etwas positiv zu verändern.
Manche übertreiben es mit der Selbstkritik. Sie streuen sich Asche aufs Haupt, obwohl andere die Situation als völlig zufriedenstellend einschätzen. Da macht die Selbstanklage keinen Sinn! Worin besteht die Ursache der Selbstbeschuldigung? Der 3-Stufen-Plan schafft Klarheit und Änderung.

– In den Kategorien „immer“ oder „nie“ denken

In einem stressigen Job mit hoher Verantwortung setzt man sich leicht gefühlsmäßigen „Schaltern“ aus. „Immer bleibt alles an mir hängen“ oder „Nie krieg ich die angenehmen Aufgaben“. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Großen und Ganzen. Er berücksichtigt nicht, wie sehr sich andere einbringen. Es gab sicher viele Situationen, in denen es anders gelaufen ist. Stimmt es aktuell, nutz den 3-Stufen-Plan, um die Ursache zu finden und es zu ändern.

– Sich auf negatives Feedback fixieren

Kritik wird häufiger geäußert, als Lob oder Zustimmung. Deshalb solltest du vorsichtig sein, negatives Feedback über zu bewerten. Sprich lieber mehrere Menschen an und bitte um ehrliches Feedback. Wird der Wert deines Einsatzes wahrgenommen? Beweg dich aus dem Negativansatz hinaus.

– Zu viel Verantwortung übernehmen

Negatives Denken kann sich auch als Verantwortungsübernahme tarnen. Verantwortung für etwas zu übernehmen, das man selber gar nicht kontrollieren kann, ist unsinnig. Denk gründlich nach, bevor du den Finger hebst und „ich übernehme die Verantwortung“ sagst. Vielleicht kitzelt dich gerade dein Ego, denn Verantwortung bedeutet „Macht haben“. Damit machst du andere klein, die es scheinbar nicht hinbekommen haben.
Oder umgekehrt: du gehst in die Opferrolle, denn dir wird sowieso alles Negative angelastet. Deshalb übernimmst du vorausschauend die Verantwortung, weil du erfahrungsgemäß an allem schuld bist.
Beide Verhaltensweisen sind unproduktiv und bringen dich nicht weiter. Sie führen zu keiner zufriedenstellenden Analyse, warum etwas schief gegangen ist.

Du hast die Wahl

Das übergreifende Thema dieser Beispiele liegt in der Wahl, die du hast, eher negativ oder eher positiv zu denken. Wenn du dir dessen bewusst bist, kannst du deine Haltung verändern. Achte auf deine Gefühle und Verhaltensweisen, damit du auf solche Herausforderungen besser vorbereitet bist und flexibler damit umgehen kannst. So wirst du dein Leben zufriedener führen können!

In Mike Warmelings E-Book „Zukunft erfolgreich verändern“ findet du mehr Tipps zum Thema Einstellungen und Selbstmanagement. Hier kannst du es kostenlos herunterladen.

Angelika Howind

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