Mit Motivation gegen Aufschieberitis angehen

Warum leiden wir immer wieder unter Aufschieberitis und können uns nicht motivieren? Der innere Schweinehund macht sich breit und hindert uns daran, Dinge endlich zu erledigen. Das kann dramatische Folgen haben. Termine werden verschwitzt, Zusagen nicht eingehalten, Chancen verpasst. Möglicherweise kostet uns das viel Geld. Mit den Infos und Tipps in diesem Artikel kommst du deinem inneren Schweinehund auf die Spur und bekommst Anregungen, wie du das Viech besser in Schach halten kannst.

Der innere Schweinehund

Der Begriff „innerer Schweinehund“ wurde erst vor etwa 200 Jahren geprägt. Zurückzuführen ist er auf den im 19. Jahrhundert zur Jagd eingesetzten Sauhund. Der Terrier biss sich besonders hartnäckig an Wildschweinen fest. Unser innerer Schweinehund beißt ebenfalls zu und hält uns davon ab, aktiv zu werden.
Im Grunde handelt es sich um eine Willensschwäche, die uns daran hindert, unangenehme oder sinnvolle Tätigkeiten auszuführen. Taucht sie auf, drücken wir uns davor, uns unseren Problemen zu stellen. Dann spulen sich in unserem Gehirn Programme ab, die wir uns angewöhnt haben. Der Weg des geringsten Widerstandes ist eben einfacher zu nutzen, als uns über eine steinige Strecke zu quälen. Einige dieser Routine-Programme sind hilfreich, andere schaden uns eher. Weil sie erlernt sind, können wir sie uns abtrainieren.

Aufschieberitis und ihre Folgen

In der Fachsprache heißt Aufschieberitis „Prokrastination“. Weil sie zu den größten Verschwendungsmechanismen in einem Unternehmen zählt, wurde sie schon intensiv von Forschern untersucht. Wer sich um Teile seiner Arbeit herumdrückt, muss häufiger Überstunden machen. Außerdem lauert im Hinterkopf der Druck, irgendwann doch an die Aufgaben gehen zu müssen. Auf Dauer führt das zu psychischen Belastungen und Frust – keine guten Voraussetzungen für motivierte und effiziente Arbeit.

Raus aus dem Motivationstief

Um dem inneren Schweinehund Paroli zu bieten, musst du zunächst feststellen, was genau ihn hervorlockt. In welchen Situationen macht er sich bemerkbar? Handelt es sich um Motivationstiefs, weil du bei deiner Tätigkeit überlastet bist? Hast du Stress mit deinen Vorgesetzten oder Kollegen? Macht dir dein Aufgabenbereich keinen Spaß? Ist dir dein Job zu langweilig?
Möglicherweise gilt es also, schwerwiegende Entscheidungen zu treffen. Einige Menschen geben sich einen Ruck und suchen sich eine Tätigkeit, die ihnen wirklich Freude bereitet. Andere verharren in ihrem Job, weil sie sich vor Veränderungen fürchten und es ihnen lieber ist, in den sauren Apfel zu beißen, aber wenigstens ein geregeltes Einkommen zu beziehen.

Hinzu kommt die Art des Umgangs mit „Durchhängern“. Lasse ich mich demotivieren, indem ich immer dem negativen Ansatz folge? Schon wieder diese blöde Arbeit! Da werde ich Stunden dran sitzen. Warum muss ich das überhaupt machen? Das Hirn fühlt sich leer an, die Arme liegen schlaff auf dem Schreibtisch und der Blick schweift aus dem Fenster. Die Zeit vergeht, die Arbeit wird nicht weniger. Der innere Schweinehund rekelt sich genüsslich und macht selbstmitleidig „Wuff“.
Oder versuche ich, mich zu motivieren? Ich kann mir Ziele setzen und mich für die Erreichung belohnen. Den Weg zum Ziel teile ich in Abschnitte, um den Aufwand überschaubarer zu gestalten. Die innere Einstellung gibt vor, wie wir an Probleme herangehen.

Die Selbstorganisation kann ebenfalls dazu beitragen, sich selbst zu überwinden. Wenn du dir morgens einen konkreten Plan erstellst, was du erledigen willst, kommst du um ungeliebte Aufgaben schlecht herum. Aber nicht tricksen! Unvorhergesehene Anrufe, Besuche oder Aufgaben können allzu leicht als Ausrede dienen, wieder nicht dazu gekommen zu sein. Deshalb wird im Tagesplan eine Pufferzone für Unvorhergesehenes eingeplant.
Manche Menschen können nur unter Druck abliefern. Sie sollten sich deshalb selber einen verbindlichen Termin setzen, um den nötigen Dampf herzustellen, der den Schweinehund vertreibt.

So machst du dem Sauhund Beine

Eine besonders schöne Idee hat Katja Schönefeld in ihrem Blog vorgestellt: Gibt deinem inneren Schweinehund einen Namen! Du kannst dann direkt mit ihm in Kontakt treten und ihm eine klare Ansage machen. Also nicht wundern, wenn von deinen Kollegen oder Freunden demnächst obskure Unsichtbare beschimpft oder gemaßregelt werden. Sie haben diesen Artikel gelesen und kämpfen mit ihrem ganz persönlichen Schweinehund…

Strategien für das Homeoffice

Besonders gefährdet durch die Reize der Aufschieberitis sind Menschen, die im Homeoffice arbeiten. Keiner sitzt ihnen direkt im Nacken, der für geregelte Arbeitszeiten und eingehaltene Termine sorgt. Hier hilft nur ein Höchstmaß an Selbstmotivation, um den Verlockungen des inneren Schweinehunds zu widerstehen. Du machst diese Arbeit für dich, für deinen Erfolg, dein Geld und deine Unabhängigkeit! Trenn Privates und Geschäftliches konsequent, verleg Gespräche mit Freunden und Familie in deine Pausen, halte deine Arbeitszeiten grundsätzlich ein!

Es gibt ein Leben ohne…

Wenn du dich überwindest und an deiner Einstellung arbeitest, hungerst du deinen inneren Schweinehund allmählich aus. Du musst jetzt ganz tapfer sein: Irgendwann wird der manchmal ja durchaus sympathische Bursche aus deinem Leben verschwinden. Wenn er dir fehlt, solltest du dir vielleicht besser einen echten Hund anschaffen, der dich beim Gassigehen und Spielen körperlich auf Trapp hält. Das ist definitiv die bessere Alternative!

Möchtest du mehr zum Thema Einstellungen erfahren, findest du nützliche Tipps in meinem E-Book „Zukunft erfolgreich verändern“. Du kannst es dir hier kostenlos herunterladen.

Herzlichst

Mike Warmeling

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