Wo geht es hier bitte zum Erfolg?

Wer möchte keinen Erfolg haben? Aber wo soll er herkommen?

Jeden Monat geben rund 60.000 Menschen bei Google das Suchwort „Erfolg“ ein. Mich würde ehrlich interessieren, was sie dort zu finden hoffen. Shops für Erfolgs-Wunderpillen? Oder für Erfolgsmaschinen? Einen Artikel mit der ultimativen Erfolgsanleitung?

Wissen sie überhaupt, was Erfolg ist?

Erfolg ist laut psychologischer Definition in Meyers Online-Lexikon:

„ein von Anspruchsniveau und Leistungsmotivation bestimmtes Bestätigungserlebnis bei der geglückten Verwirklichung von Zielen, das seinerseits motivierend und anspruchssteigernd wirkt“.

Aha!? Eine andere Definition im Lexikon beschreibt unternehmerischen Erfolg:

„Ergebnis der wirtschaftlichen Tätigkeit eines Unternehmens während eines Berichtszeitraums. Der Erfolg kann positiv (Gewinn) oder negativ (Verlust) sein. In der Kosten- und Leistungsrechnung ist Erfolg die Differenz zwischen Erlös und Kosten.“

Erfolg wird gemacht

Schaue ich mir beide Definitionen genauer an, wird etwas sehr Unbequemes klar: Erfolg hat mit Leistung zu tun. Es muss erst etwas getan werden, damit sich Erfolg einstellen kann. In der Wirtschaft kann der Erfolg in konkreten Zahlen ausgedrückt werden – der Differenz aus Erlös und Kosten. Wie sieht es dagegen mit dem persönlichen Erfolg aus?

„Bestätigungserlebnis bei der geglückten Verwirklichung von Zielen“. Zuerst muss ich mir Ziele setzen und sie erreichen, bevor sich Erfolg einstellt. Aber ich lebe doch hier und jetzt. Brauche ich da Ziele?

Ob ich mir Ziele setze, ist eine Frage der Lebenshaltung. Natürlich kann ich in jeden Tag hineinleben, gucken, was er bringt, und auf das Geschehen reagieren. Dabei kann zum Problem werden, dass mich Aufgaben und andere Herausforderungen wie eine nicht steuerbare Flutwelle vor sich her treiben. Schaun wir mal, was kommt? Wenn es dann richtig dicke kommt, habe ich keinen Plan, damit umzugehen. Und auch mit der Motivation sieht es schlecht aus. Wie will man sich motivieren, wenn man sich ständig „leben lässt“? Bleibt es über einen längeren Zeitraum stressig, geht es eher um das „Überleben“ trotz widriger Umstände.

Mental eingenordet?

Erfolgreich werde ich, indem ich mir langfristige Ziele setze, an deren Umsetzung ich mich durch realistisch zu erreichende Nahziele heranarbeite. Diese Ziele dienen mir zur Orientierung, wenn ich beispielsweise Entscheidungen zu treffen habe. Welche Entscheidung bringt mich dem nächsten Ziel näher? Habe ich das Nahziel erreicht, belohne ich mich. Da funktionieren wir nicht anders als Nachbars Bello, der mit Leckerli eingenordet wird. Unser „Belohnungszentrum“ sorgt im Hirn für die nötige  Motivation und das Durchhaltevermögen.

Am Beispiel von Spitzensportlern ist am besten zu erkennen, wie Erfolg generalstabmäßig angesteuert wird. Neben dem sportlichen Training werden sie auch intensiv von Mentalcoachs betreut, die ihre Fokussierung auf den Sieg unterstützen. Dadurch können sie all die Schufterei und Quälerei überstehen, um im richtigen Moment Spitzenleistungen abzurufen. Und sie sind gewappnet, wenn der Wettbewerb doch besser ist.

Was passiert, wenn es kein Ziel gibt? Meinem Freund Paul wurde eine Beförderung angeboten. Dazu fehlte ihm eine bestimmte Qualifikation. Er entschloss sich, in seiner Freizeit einen Kurs zu machen. Ganze dreimal ist er zu den Wochenendseminaren gegangen. Dann hat er die Fortbildung abgebrochen. „Das wird mir alles zu viel“, meinte er. Die Seminargebühren bekommt er nicht ersetzt. Ein teurer Fehlschlag. Und mit der Beförderung wird es auch nichts. „Ist doch egal“, kommentierte er seinen Misserfolg. „Wären nur 300 Euro mehr im Monat gewesen“. Er sah offensichtlich keinen Sinn in der Beförderung, hat keine entsprechenden Ziele und überhaupt keine Motivation.

Fokussieren und Biss zeigen

Ein Cousin von mir ist ganz anders an seine Zukunftsplanung herangegangen. Seit er im Berufsleben steht, hatte er ein klares Ziel vor Augen. „Mit spätestens Ende 30 will ich in der Führungsetage sitzen, mit 55 genügend Vermögen gebildet haben, um in den Ruhestand zu gehen und zu reisen“. Klare Ansage. Während des Studiums hat er in Kneipen gejobbt und seine erste kleine 1,5 Zimmer-Eigentumswohnung gekauft. Die hat er vermietet und innerhalb von 10 Jahren abbezahlt. Die nächste Wohnung, in die er investiert hat, hatte schon 4 Zimmer. Das passive Einkommen durch die Mieteinnahmen plant er als zusätzliche Altersvorsorge ein. In den Semesterferien hat er in den wichtigsten Unternehmen seiner Branche Praktika gemacht und sich strategisch vernetzt. Das kam ihm nach dem Studium zugute, denn er fand sofort eine Festanstellung durch die Empfehlung eines ehemaligen Praktikumsgebers. Wenn er sich nebenberuflich fortbildet, wird das konkret geplant. 2 Abende in der Woche wird jeweils konsequent 2 Stunden gelernt. Mit seiner Frau hat er den Deal, dass er die Zeit, die er samstags bei Seminaren verbringt, sonntags mit Kinderbetreuung „abarbeitet“. Dann hat seine Frau „kinderfrei“ und kann mit Freundinnen zum Sport und in die Sauna. Dadurch wird der Missstimmung vorgebeugt, dass die „Familienarbeit“ an einem Elternteil hängen bleibt.

Konsequent bleiben

Der Typ ist kein „Streber“, sondern ein sympathischer Kerl, der weiß, was er will. Als sich bei seinem Arbeitgeber auf absehbare Zeit keine Verbesserungsmöglichkeit bot, zog er die Konsequenz und bewarb sich bei einem anderen Unternehmen, das bessere Entwicklungschancen aufwies. Er geht aktiv seinen Weg und hat die besten Voraussetzungen, seine Ziele erfolgreich zu erreichen.

Vermögen ist für ihn Mittel zum Zweck. Dieser Zweck kann auch z.B. sein, ein reicher Wohltäter zu werden wie Warren Buffett. Oder einen Baum zu pflanzen, ein Haus zu kaufen und viele Kinder zu zeugen. Paul hingegen hat keine Ziele. Ob er 300 Euro mehr im Monat hat oder nicht, ist ihm ziemlich wurscht. Ihn lockt weder der Status eines höher dotierten Jobs, noch ein größerer finanzieller Spielraum. Warum sollte er sich also am Wochenende mit dem Erwerb zusätzlichen Wissens herumquälen? Zufrieden ist er leider nicht. Warum wohl…?!

Schon die Sinnfrage gestellt?

Die wenigsten Menschen haben die Neigung von Dagobert Duck, Vermögen um seiner selbst willen  anzuhäufen. Im Geldspeicher ein tägliches Bad nehmen? Ich habe mal einen unserer Praktikanten gefragt, was er denn als sein berufliches Ziel ansieht. „Erfolg haben. Viel Geld verdienen!“, war seine Antwort. „Und was hast du mit dem vielen Geld vor?“, hab ich ihn gefragt. „Ähhhhm.“ Lange Pause, verwirrte Blicke. „Da wird mir schon was einfallen“, meinte er schließlich.

Mit Siebzehn sind die Zukunftspläne naturgemäß noch nicht so ausgeprägt. In den Zwanzigern wäre es jedoch an der Zeit, seine persönliche Definition von Erfolg zu entwickeln. Wer bin ich, wie will ich sein und was will ich aus meinem Leben machen? Habe ich das klar, kann ich mir Ziele setzen, um mein Leben entsprechend auszurichten. Gelingt es mir, meine Ziele zu erreichen (auch wenn ich im Laufe des Lebens vielleicht Neuausrichtungen vornehmen musste), habe ich Erfolg. Menschen entwickeln sich, ihre Bedürfnisse und Haltungen passen sich an Umorientierungen an. Erfolg ist die zielgerichtete, aktive Selbstbestimmung des eigenen Lebens. Da kann man bei Google noch so lange suchen. Das muss man schon allein in die Hand nehmen! Alternativ stehe ich als Coach zur Verfügung. Guck mal in mein kostenloses E-Book “Zukunft erfolgreich verändern”!

Herzlichst
Mike Warmeling

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