Scheitern oder besser werden?

Du bist arbeitslos oder dein Unternehmen ist insolvent: Ist das Scheitern?

In unserer Gesellschaft haftet dem Lebenslauf mit Abweichungen von der gewünschten Norm noch immer ein negativer Touch an. Arbeitslose sind faul, insolvente Unternehmer haben versagt. Erwartet wird, dass man etwas beginnt und es durchzieht. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Anstellung oder eine Unternehmung handelt. Die Ursachen zählen nicht, allein die Tatsache wird bewertet.

 

Trügerische Sicherheit

Hinter dieser Vorstellung von einem gradlinig zu verlaufenden Berufsweg steckt der Wunsch, das Schicksal vorherbestimmen zu können: „Ich fühle mich sicher, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert. Ich setze mich Neuem ungern aus. Wenn ich mir viel Mühe gebe und ein paar Abstriche mache, wird mein Leben schon einigermaßen verlaufen. Vielleicht hatte ich früher Träume, aber dann bin ich erwachsen geworden und musste mich auf Kompromisse einlassen. Das Leben ist eben kein Ponyhof…“ Deshalb wird an der Fortsetzung dessen festgehalten, was möglicherweise nicht im Geringsten zufrieden macht.

 

Ängste verhindern Entwicklung

Je unsicherer die Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse werden, desto ängstlicher reagieren viele Menschen. Ihre Lebenshaltung lässt keine Alternativen zu. Denn Veränderungen wirken weniger berechenbar. Wer vom geraden Weg abkommt, ist gescheitert. Scheitern hat etwas Endgültiges. Scheiternde müssten sich mit schamhaft gesenktem Kopf durch die Welt bewegen und sich möglichst unsichtbar machen. Also sind Veränderungen riskant und schlecht.

Mich macht es wütend und traurig, dass sich viele Menschen von dieser Haltung davon abbringen lassen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Diese Unkultur des Vermeidens hemmt Entwicklung zum Positiven. Hätten in der Vergangenheit nicht immer wieder Menschen etwas Neues ausprobiert und beharrlich verfolgt, würden wir noch in Höhlen sitzen. Wie viele Erfinder und Unternehmer sind zigmal gescheitert, bevor sie den entscheidenden Schritt gegangen sind, mit dem es plötzlich funktioniert hat?

Ausprobieren, scheitern und daraus lernen gehören zum Leben. Kann ein Kleinkind sofort mit dem Löffel essen? Es schmiert sich seinen Brei wieder und wieder ins Gesicht, so lange es noch nicht mit dem Löffel zum Mund findet. Würde es nicht beharrlich trainieren und trotz vieler Fehlschläge dabei bleiben, würde es auch nie laufen und sprechen lernen. Wie gut, dass es noch nicht weiß, was scheitern für viele bedeutet…

 

Veränderungen sind unsere Zukunft

Heute muss jeder offen für neue Erfahrungen sein, wenn er an der Welt teilhaben will. Das gilt für das private wie für das berufliche Umfeld. Allein der Wandel der Technologien verändert die Anforderungen an ihre Nutzer in immer schnelleren Abständen. Ob die Bedienung des neuesten Smartphones oder der neuesten Software am Arbeitsplatz – jeder muss Neues hinzulernen, sein Leben lang. In absehbarer Zukunft wird genau davon abhängen, ob man einen Arbeitsplatz hat oder sein Business erfolgreich entwickelt.
Fehlschläge auf dem Weg zu einem gewünschten Ziel liegen in der Natur der Sache. Wer allerdings keine Ziele hat, kann sich nicht daran ausrichten und motivieren. Ihm fehlt die Perspektive auf seinen weiteren Weg. Das Schicksal wird ihn nicht von seinem gegenwärtigen Standort abholen. Das muss er schon selber schaffen.

 

Besser machen zählt

Aktiv werden, heißt zunächst zu analysieren: Was ist schiefgelaufen, was habe ich zu bieten, was will ich in Zukunft tun, was kann ich besser machen, welche Möglichkeiten bieten sich mir? Wer es dann schafft aufzustehen, alles Negative abzuschütteln und auf seine Ziele loszumarschieren, hat beste Chancen, zukünftig ein positiveres Ergebnis zu erzielen. Denn er hat etwas Entscheidendes gelernt: Jeder Fehlschlag bietet die Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln und es besser zu machen.
Diese Haltung hat Respekt verdient. Wer das nicht sieht, soll seinen traurigen Trott weitergehen und sich über das Scheitern anderer mokieren. Willst du selbstbestimmt leben? Setzt dir Ziele und fang an!

Herzlichst

Mike Warmeling

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